Baetica, so hieß die römische Provinz, die 27 v. Chr. - als Folge einer Neuordnung der spanischen Gebiete - entstand. Ihren Hauptteil bildete das heutigen Andalusien, im Norden reichte die Provinz Baetica bis in die Extremadura hinein.
Die Provinz wurde nach dem Fluss Betis, dem damaligen Namen des Rio Guadalquivir benannt.
Über Jahrhunderte hinweg sonnten sich die Einwohner von Baetica im römischen Frieden, der Pax Romana, und teilten schließlich mit Rom den langsamen Niedergang des römischen Reiches.
Aus Baetica stammte - neben den großen römischen Kaisern Trajan und Hadrian - auch der berühmte Gelehrte, Philosoph und Politiker Seneca, dessen frühe Forderung nach einem Leben im Einklang mit den Gesetzen der Natur nicht nur in Andalusien bis heute nachwirkt.
Mit der Ausbreitung der Araber und Berber auf der iberischen Halbinsel beginnt eine Epoche, die Andalusien bis heute entscheidend geprägt hat. Vor allem in der Landwirtschaft und der Architektur wirken die verschiedenen arabischen Dynastien, wie Omayyaden, Almoraviden, Almohaden und Nasriden.
Córdoba als Hauptstadt des mächtigen Kalifats und Granada als letzte muslimische Bastion sind die wichtigsten Zentren während der gut 800jährigen Anwesenheit der Araber.
Im Südosten und Südwesten durch das Mittelmeer und den Atlantik begrenzt, wurde die Region im Norden durch die Bergketten der Sierra Morena auf natürliche Weise von der übrigen Iberischen Halbinsel abgeschlossen.
Diese natürlichen Grenzen, die die Provinz Baetica umschlossen, brachten ihr unter den Arabern den Namen Yesira Andalús - Insel Andalusien - ein.
Spanischer Erbfolgekrieg, Napoleonische Kriege, Karlistenkriege - das 18./19. Jhd. läßt auch Andalusien nicht ruhen. Gegen Ende des 19. Jhd. kommt es gar zu Unruhen auf dem andalusischen Lande.
Das 20. Jhd. ist zunächst geprägt vom Streit zwischen Monarchie und Republik, in dessen Folge (Bürgerkrieg) General Franco die Macht erobert und bis zu seinem Tod im Jahre 1975 innehat.
Mit der Rückkehr zur Demokratie unter dem volksnahen Monarchen Juan Carlos I. erlangt auch Andalusien neues Selbstbewußtsein und wurde 1982 eine von 17 autonomen Gemeinschaften Spaniens.
Geographisch betrachtet lag die Baetica für einen Römer am Ende der Welt.
Wurde der griechische Osten als Wiege von Kultur und Zivilisation betrachtet, so war der Westen des Mittelmeeres ein barbarisches, wildes Reich. Doch war es gerade dieser exotische Beiklang, diese Abgelegenheit, diese Entfernung, die die Herrschaft über Hispanien psychologisch für die Römer so attraktiv machte.
Hispanien stieß direkt an den Okeanus, an den die Welt umspannenden Grenzfluß, und die Herrschaft über dieses Gebiet bedeutete die Herrschaft über die bekannte Welt bis zu deren ultimativen Grenzen.